Rhythmus

Referentin: Katrin Felder

 

Stockkampf-Tanz oder Rhythmisches Theater mit Stöcken

Stöcke faszinieren Kinder. Gerade in ihrer Einfachheit bieten sie vielfältige Spielmöglichkeiten. Kinder erzeugen ihre eigenen Klänge und Rhythmen und lieben es, sich spielerisch im Kampf zu messen. Es fordert Sie heraus, ihre Grenzen zu spüren, wach und aufmerksam zu sein und gleichzeitig das Gegenüber wahrzunehmen und zu akzeptieren.

In diesem Workshop können unterschiedliche Stöcke zum Einsatz kommen:
Stampfstöcke, die, wie der Name schon sagt, durch Stampfen auf dem Boden Klänge erzeugen. Mit einem kurzen Handstock kann zusätzlich auf dem Langstock gespielt werden. Das bietet ein breiteres Klangspektrum. Außerdem die 13 Handstöcke, diese sind für das Spiel mit Rhythmus in Kampfbewegung geeignet.

Zu Anfang steht für mich der Rhythmus und die Wahrnehmung im Gemeinschaftserlebnis im Vordergrund. Bodypercussion aus Körperklängen (klatschen, patschen, stampfen, schnipsen) eignet sich dafür besonders, denn der Klang wird umso intensiver, je mehr Menschen einen gemeinsamen Rhythmus spielen. Dabei wird schon ein einfaches Streichen der Hände in der Gruppe zu einem besonderen Klang, bei dem jeder mitmachen kann. Ob im gemeinsamen Spielen oder beim Echospiel können die Kinder in der Sicherheit der Gruppe ihre Koordination und Rhythmusgefühl, ihren Bewegungsfluss und die Wahrnehmung für die Gruppe üben. Mit Kooperationsspielen üben wir aufmerksam und fair zu sein für unser Gegenüber. Denn die Arbeit mit Stöcken erfordert Disziplin und gemeinsame Regeln. Das sind die Voraussetzungen, dass Kinder ein Verantwortungsgefühl für ihr Handeln entwickeln und Spannungen abbauen können. Dies ermöglicht ihnen, einen produktiven Umgang mit ihren Gefühlen, insbesondere Aggression, im Stockkampf-Tanz zu finden.

Jetzt können wir experimentieren mit den Stöcken. Welche Klänge lassen sich diesen entlocken? Was kann ich damit darstellen? Wie kann ich damit in Kontakt treten? Um anschließend die bereits geübten Rhythmen auf die Stöcke zu übertragen.

Rhythmen mit den Stampfstöcken werden ohne Gegner als Gruppe gespielt. Kleingruppen können dabei eigene Rhythmusmuster spielen. Um einen Rhythmus jedoch in der Kleingruppe sicher durchzuhalten oder allein vorzuspielen, will er gut verinnerlicht sein. Abwechslung in der Wiederholung ist da gefragt: Rhythmus mit allen Sinnen. Rhythmen werden gesprochen, vielfältig gehört, auf dem eigenen Körper gespürt, in der Bewegung Anderer gesehen, selbst in Bewegung umgesetzt. Für den Stockkampf mit Partner üben wir Schlagabfolgen, aus denen dann ein Rhythmus entsteht. Das kann mit Musik begleitet oder durch Bewegung und Raumwirkung in eine Choreografie verwandelt werden. Je sicherer Rhythmusgefühl, Körperbeherrschung und das Zusammenspiel der Kinder werden, um so mehr Raum bietet sich für die kreative Weiterentwicklung und Kombination beider Spielarten. Spontanität und Lebensfreude macht sich breit.

Zum Ende des Workshops stellt sich die Frage: Wie lassen sich all diese Erfahrungen in eine spannende Präsentation verbinden? Nachdem die Kinder viele Eindrücke gesammelt haben, können sie Spielvarianten für gelernte oder ganz neue Rhythmen finden – Rhythmus macht kreativ. Das Rhythmusspiel wird mit Bewegungs- und Darstellungselementen in kommunikative Szenen verpackt. Dabei ist Ausdauer gefragt und gleichzeitig motiviert es, das Gelernte weiter zu üben, immer wieder unterschiedlich zu kombinieren, es sich gegenseitig zu präsentieren und Rückmeldungen zu formulieren, um am Ende ein eigenes Stück zu haben. Dieses vor einem großen Publikum zu präsentieren, lässt die Kinder über sich hinauswachsen und stärkt ihr Selbstvertrauen.

Gumboot Dance – die Stiefelpercussion oder Schuhplattln aus Südafrika

Der Gumboot Dance entstand als Kommunikationsmittel in den Goldminen Südafrikas und entwickelte sich weiter zu einer kulturellen Ausdrucks- und Tanzform.

Das faszinierende dabei sind die Kraft und Energie, die bei dem gemeinsamen Spielen auf den Gummistiefeln entstehen. Zunächst schätzen Kindern dies häufig als zu schwer für sich ein. Wenn sie aber erkennen, dass sie diesem außergewöhnliche Instrument durch stampfen und bespielen des Stiefelschafts Rhythmen entlocken können, weichen die Zweifel schnell großer Begeisterung. Auch dabei steht das Klangerlebnis in der Gemeinschaft im Vordergrund.

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