Kinderschutzvereinbarung der Zirkusschule Windspiel

Umgang mit der Kinderschutzvereinbarung (KSV)
  1. Die KSV der Zirkusschule Windspiel befindet sich offen einsehbar an der Anmeldung in Ferien-Zirkuswochen, sowie online auf der Homepage.
  2. Wird eine Schutzvereinbarung nicht eingehalten, erinnern wir uns freundlich gegenseitig daran und sorgen dafür, dass sie eingehalten wird.
  3. Wir verpflichten uns zu einer regelmäßigen Fortbildung/Auffrischung zum Thema „Schutz von Kindern und Jugendlichen“.
  4. Praktikant*innen, CoTrainer*innen sowie neue Mitarbeiter*innen werden durch eine/n erfahrene/n Mitarbeiter*in eingearbeitet und begleitet. Es finden regelmäßige Besprechungen sowie Einzelgespräche statt. Die KSV ist Bestandteil dieser Einarbeitung.
  5. Jeder von uns verpflichtet sich, zu Beginn jeder Arbeitswoche in der Zirkusschule Windspiel mit seiner/ihrer Unterschrift, die KSV einzuhalten und als Multiplikator*in dafür Sorge zu tragen, dass diese im praktischen Alltag einer Zirkuswoche „lebendig“ bleibt und eingehalten wird.
  6. Die Leitung der Woche besucht regelmäßig die einzelnen Workshops und achtet darauf, dass die KSV von allen eingehalten wird.
  7. Für Verdachtsfälle befindet sich ein aktueller Handlungsleitfaden (inklusive Kontaktdaten für Hilfen) im Kinderschutzordner der Zirkusschule Windspiel.
Allgemein
  1. Wir haben in der Zirkusschule Windspiel keine Geheimnisse. Jede/r Teilnehmerin kann und darf jederzeit alles erzählen, was er/sie in der Zirkusschule Windspiel erlebt. Entscheidet eine Gruppe z.B. ein Kostüm für die Gala zu Hause nicht zu verraten, wird dies als Überraschung deklariert. Eine Überraschung hat im Gegensatz zu einem Geheimnis eine Auflösung. Entscheidet sich ein/e Teilnehmer*in, davon zu erzählen, so ist das in Ordnung. Er/sie hat die freie Wahl, die Überraschung bis zur Auflösung für sich zu behalten oder nicht.
  2. Alle Mitarbeiter*innen verwenden folgende Benennungen für die Genitalien und intimen Bereiche: Penis, Hoden, Vagina/Scheide, Brüste/Busen, Po. Wir verwenden keine vulgären oder verniedlichenden Bezeichnungen.
  3. Alle Mitarbeiter*innen legen vor Beginn der Arbeit in der Zirkusschule Windspiel und dann im Abstand von max. 5 Jahren ein erweitertes Führungszeugnis vor, das nicht älter als 3 Monate ist.
  4. In der Zirkusschule Windspiel achten und schützen wir die Privatsphäre aller.
  5. Jede/r Teilnehmer*in, ganz gleich welchen Alters, hat in der Zirkusschule Windspiel ein Recht auf sein/ihr eigenes, persönliches Schamgefühl. Dieses wird von allen respektiert und geachtet.
  6. Es herrscht im Team Transparenz über bereits bestehende Beziehungen zu Eltern und Teilnehmer*innen.
Medien
  1. Es werden nur Aufnahmegeräte (Foto, Film, Audio) der Zirkusschule Windspiel verwendet. Wir nutzen keine privaten Handys für Aufnahmen.
  2. Teilnehmer*innen benutzen während des Zirkustages kein Handy. Im Notfall läuft der Kontakt über das Handy der Zirkusschule.
  3. Private Handys von Mitarbeiter*innen dürfen nur in der Pause und nur in der Umkleide oder anderen Teilnehmer*innen-freien Bereichen benutzt werden.
Darauf achten wir
  1. Wir geben Teilnehmer*innen keine Privatgeschenke. Wir fordern Teilnehmer*innen nicht dazu auf, Geschenke mitzubringen.
  2. Es gibt keine Aktionen von uns mit Teilnehmer*innen in zugesperrten Räumen. Im Falle einer Einzelbetreuung werden die Türen in der Regel nicht geschlossen. Im Ausnahmefall geben wir vorab einem/r anderen Mitarbeiter*in Bescheid über Person, Ort und Anlass.
  3. Jeder Körperkontakt ist eindeutig, der Situation angemessen und unmissverständlich. Wir achten darauf, dass wir die Grenzen des/der Anderen nicht überschreiten. Wir sichern uns durch Nachfragen ab (z. B. beim Aufkleben von Namensschildern). Es gibt keinen Zwang zu Körperkontakt. Es gibt keine zärtlichen und intimen Berührungen zwischen Mitarbeiter*innen und Teilnehmer*innen. (Dazu zählen auch Massagen.) (Körpernahe) Hilfestellungen erklären wir den Teilnehmer*innen vor Ausführung. Wir fragen um Erlaubnis und ermutigen, persönliche Grenzen jederzeit aufzuzeigen. Auch wir kommunizieren klar unsere eigenen Grenzen.
  4. Haben wir eine Grenze eines/r Teilnehmers/in unabsichtlich nicht wahrgenommen (und erkennen dies an seiner/ihrer Reaktion), entschuldigen wir uns umgehend und beenden dieses Verhalten sofort. Genannte Situationen werden im Team geteilt, um achtsamer und sensibler zu werden. Schwerwiegende Grenzverletzungen werden der Wochenleitung mitgeteilt und nach Absprache werden die Eltern informiert.
  5. Wir haben ein offenes Ohr für Teilnehmer*innen sowie für Eltern. Wir ermutigen Teilnehmer*innen explizit, bei Fragen und Sorgen auf Jeden von uns zuzugehen.
  6. Ängstlichen, traurigen und wütenden Teilnehmer*innen bieten wir zeitlich begrenzt Trost an.
  7. Ständiger Austausch im Team über unser pädagogisches Handeln ist in der Zirkusschule Windspiel Standard. Wir verpflichten uns, unser Handeln stets erklären zu können. Wenn wir ein Verhalten als Grenzüberschreitung wahrnehmen, sprechen wir dies zeitnah an. Wir sind offen für Kritik und nehmen, wenn nötig, umgehend Änderungen an unserem Verhalten vor.
  8. Wir achten darauf, ausschließlich Kostüme/Kleidung zu verwenden, die keine freien Blicke auf intime Bereiche oder Unterwäsche zulassen (Bodys, Hotpants, Röcke, … nur mit Leggins darunter) und in welchen sich die Teilnehmer*innen wohlfühlen. Wir Mitarbeiter*innen sind Vorbild dafür.
  9. Wir schminken die Teilnehmer*innen nur mit ihrem Einverständnis.
  10. Ein/e Teilnehmer*in im Rampenlicht soll sich wohlfühlen. Wir stellen niemanden bloß und zwingen niemanden, gegen seinen/ihren Willen ins Rampenlicht zu treten (Fundstückvergabe, Geburtstag, Übung vormachen, Auftritt).
Räumliche Gestaltung
  1. Die Teilnehmer*innen haben die Möglichkeit, sich in einem geschützten Rahmen für die Workshops und für die Gala umzuziehen. Die Umkleideräume sind nach Jungen und Mädchen getrennt. Es befinden sich keine Erwachsenen und in der Regel keine Mitarbeiter*innen in den Umkleiden. Im Ausnahmefall betreten nur gleichgeschlechtlicheMitarbeiter*innen kurzzeitig die Umkleiden.
  2. Mitarbeiter*innen und Teilnehmer*innen benutzen unterschiedliche Toiletten. Es gibt nach Möglichkeit geschlechtsgetrennte Toiletten.
  3. Es ist klar definiert, ab wo der Bereich für Teilnehmer*innen beginnt. Ab hier haben Angehörige in der Regel keinen Zugang. Ausnahmen sind der Beginn des ersten Tages und der Convention-Vormittag. Wir achten darauf, dass Erwachsene die Privatsphäre und Grenzen der Teilnehmer*innen respektieren.
  4. Wir sperren in der Regel während der Zirkuswoche die Außentür des Gebäudes ab, um Unbefugten den Zugang zu verwehren.
Erste-Hilfe
  1. Erste-Hilfe wird nur von der/dem jeweils in der Woche Beauftragten durchgeführt.
  2. Wir führen keine medizinischen Untersuchungen an Teilnehmer*innen durch. Es gibt keine generellen Zeckenuntersuchungen.

Selbstverpflichtungserklärung der
Mitarbeiter*innen der Zirkusschule Windspiel

Die Zirkusschule Windspiel, unter der Leitung von Frau Gudrun Jäger, setzt sich aktiv mit einer offenen Thematisierung für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt ein. Die Selbstverpflichtungserklärung stellt einen wichtigen Bestandteil des Präventionskonzeptes der Zirkusschule Windspiel dar.


Alle Mitarbeiter*innen tragen die Verantwortung für den Schutz der Kinder und Jugendlichen bei der Zirkusschule Windspiel. Aus diesem Grund fordert die Zirkusschule Windspiel mit dieser Selbstverpflichtungserklärung alle Mitarbeiter*innen zu einer klaren Positionierung zum Schutz der Kinder und Jugendlichen auf.


Jedes Kind und jede/r Jugendliche jedes Kulturkreises, ganz gleich welcher geschlechtlichen Ausrichtung, Hautfarbe und Religion, ist bei uns in der Zirkusschule Windspiel willkommen. Wir unterstützen und stärken in unserer zirkuspädagogischen Arbeit die individuellen Möglichkeiten und Ressourcen der Kinder und Jugendlichen. Ein wichtiger Bestandteil ist hierbei eine geschlechtersensible Unterstützung in der Identitätsentwicklung und der Selbstbestimmung.

Es ist unser Ziel, allen Kindern und Jugendlichen bei der Zirkusschule Windspiel eine gesunde und gewaltfreie Zeit zu ermöglichen und dabei den gesetzlichen Schutz von Kindern und Jugendlichen zu erfüllen. Das bedeutet, den Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Grenzverletzungen und Gewalt jeglicher Art, wie beispielsweise sexuelle Übergriffe. Hierbei beachten wir spezifische Bedingungen, Bedarfs- und Gefährdungslagen von Kindern und Jugendlichen sensibel.
Täter*innen haben in unserer Arbeit keinen Platz. Die Verantwortung zur Verhinderung von Grenzverletzungen und Gewalt jeglicher Art liegt nicht bei den Kindern und Jugendlichen, sondern bei den Erwachsenen bzw. Mitarbeiter*innen der Zirkusschule Windspiel.

Daher verpflichten sich alle Mitarbeiter*innen auf folgende Vereinbarungen:
  1. Ich verpflichte mich, die Kinderschutzvereinbarungen der Zirkusschule Windspiel stets einzuhalten. Ich habe ein waches Auge auf die mir anvertrauten Kinder und Jugendlichen. Ich toleriere keinerlei Formen von Grenzverletzungen und spreche diese offen an.
  2. Ich pflege einen achtsamen, respektvollen und vertrauensvollen Umgang im Team und gegenüber allen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
  3. Ich gestalte Beziehungen zu den Kindern und Jugendlichen sowie die zirkuspädagogischen Aktionen transparent und gehe verantwortungsvoll und professionell mit Nähe und Distanz um.
  4. Ich bin mir meiner besonderen Beziehung zu den Kindern und Jugendlichen bewusst und werde das Vertrauen nicht missbrauchen.
  5. Ich wahre die persönliche Intimsphäre und respektiere die persönlichen und kulturellen Schamgrenzen der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen.
  6. Ich beziehe klar Stellung gegen sexistisches, rassistisches und diskriminierendes Verhalten, sei es mit Worten, Taten oder Bildern.
  7. Ich schütze die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen vor sexuellen Übergriffen, vor Gewalt jeglicher Art und vor körperlichem und seelischem Schaden.
  8. Ich bin mir bewusst, dass jede sexualisierte Handlung mit Kindern und Jugendlichen strafrechtliche Folgen haben kann.
  9. Ich bin bereit, mich durch Fachaustausch, Reflexion und Fortbildung weiter zu qualifizieren. Die Zirkusschule Windspiel stellt dazu regelmäßige Fortbildungstage zur Verfügung.
  10. Ich verpflichte mich alle Informationen über uns anvertraute Kinder und Jugendliche nicht an Dritte weiterzugeben.
  11. Ich versichere, dass ich nicht wegen einer Straftat in Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt rechtskräftig verurteilt worden bin oder diesbezüglich aktuell ein Ermittlungsverfahren gegen mich läuft. Ich verpflichte mich, falls ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, dies der Leitung der Zirkusschule Windspiel unverzüglich mitzuteilen.

Alle Mitarbeiter*innen sind mit der Selbstverpflichtungserklärung einverstanden und stehen dafür in ihrer Arbeit bei der Zirkusschule Windspiel ein.